Naturschutz

Neue Regeln in den Naturschutzgebieten rund um Jena

TeamJena+Naturschutz

Beim Treffen mit dem Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde Herrn Jürgen Blank konnten am 03.05.18 neue Regeln für das Geocachen in Naturschutzgebieten rund um Jena ausgehandelt werden.

Folgende Regeln sollen ab sofort gelten:

 

Ohne vorherige Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde

Geocaches mit einem Final ohne zu besuchende Stationen (Stages) dürfen ohne Rücksprache mit der Naturschutzbehörde vom Reviewer freigegeben werden, wenn folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Versteck darf nur direkt am Weg liegen (maximal 75 cm vom Wegesrand entfernt).
  • Dabei soll das Versteck ein sehr markanter Ort sein (z.B. Bank, Schild, Haus, Wegweiser)
  • Pflicht eines Spoilerfotos oder einem sehr markanten Hinweis, sodass eine Suche vor Ort nicht erforderlich ist und somit die Flora und Fauna um das Versteck nicht zerstört wird.
  • Bei Einreichung wird dem Reviewer per Reviewer Note ein Foto vom Versteckort als auch Fotos von der direkten Umgebung zugesendet, um die Einhaltung der Regeln nachvollziehen zu können. Wichtig ist dabei, dass die Flora und Fauna der Umgebung auf den Fotos zu sehen ist.
  • Im Listing ist verpflichtend darauf hinzuweisen, dass die vorgesehenen Wege zu nutzen sind.
  • Befindet sich das Final nicht direkt an einem ausgewiesenen Radweg, so hat das Fahrrad-Verbots-Attribut im Listing zu stehen.
  • Der Reviewer sendet nach Freischaltung des Caches sowohl das Listing (inklusive GC-Code), als auch die Fotos und die Final-Koordinaten (in Form einer gpx-Datei) an die Untere Naturschutzbehörde, sodass diese wissen, wo die Caches liegen und im seltenen Fall nochmal eingreifen können, falls die Reviewer etwas übersehen haben sollten.
  • Ausnahme 1: Ist der markante Ort bzw. Versteck eine Form von Vegetation (z.B. Baumstumpf o.ä), so muss vor dem Einreichen des Listings eine Genehmigung von der unteren Naturschutzbehörde vorliegen. Ausgeschlossen von der Ausnahme sind der Wurzelbereich und die Astgabeln, insofern sie vom Weg aus erreichbar sind. Hier sind dann Spoilerfotos zwingend erforderlich, um eine Suche vor Ort zu verhindern, welche eine Schädigung der Flora und Fauna nach sich ziehen würde.
  • Ausnahme 2: siehe Verbotene Areale

 

Geocaches mit mehreren virtuellen Stationen (Virtual Stages: Keine versteckten Stationen, sondern Schilder, Bänke u.a., an denen etwas abgelesen werden muss) innerhalb eines Naturschutzgebietes können von einem Reviewer freigeschalten werden, insofern:

  • Es muss eine klar erkennbarer Wegführung, ohne das der Geocacher querfeldein abkürzen kann, vorliegen.
  • Falls das Final im NSG liegt, müssen die Kriterien aus Punkt 1 (Geocaches mit einem Final) erfüllt sein
  • Die virtuellen Stationen sind ohne Suche an der entsprechenden Stelle aufzufinden, sodass die Flora und Fauna in deren Umgebung geschont wird.

 

Im folgenden Fall wird eine vorherige Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde weiterhin benötigt

Geocaches mit mehreren physischen Stationen (Physical Stages: Suche eines versteckten Objektes vor Ort erforderlich) innerhalb eines Naturschutzgebietes werden nach dem derzeitigen Verfahren behandelt, sodass weiterhin eine Genehmigung bei der unteren Naturschutzbehörde vorliegen muss, bevor das Listing beim Reviewer eingereicht wird.

 

Verbotene Areale

  • Ehemalige Bergbaustollen und Höhlen (Fledermausschutz)
  • Hänge (Vogelschutz)
  • Ast- und Baumhöhlen bzw. -löcher (Vogel- und Fledermausschutz)
  • Totholz (Schutz der Insekten, wie z.B. Hirschkäfer)
  • Felsnischen und Steinbrüche (Schutz des Uhu)

 

Nachtcaches

  • Nachtcaches in Naturschutzgebieten sind nicht erwünscht und sind daher von der Freischaltung ausgeschlossen.
  • Nachtcaches in Landschaftsschutzgebieten müssen durch die untere Naturschutzbehörde und dem entsprechenden Förster/Eigentümer genehmigt werden

 

Powertrails

Powertrails in Natur- und Landschaftsschutzgebieten sind nicht erwünscht und sind daher von der Freischaltung ausgeschlossen.

 

Angelcaches

  • Diese neue Art von Caches wurde Herrn Blank von den Geocachern vorgestellt.
  • Grundsätzlich sieht Hr. Blank keine Probleme mit Angelcaches, insofern folgende Punkte Beachtung finden:
    • Aufgrund des Vogelschutzes dürfen in der Umgebung von Nestern keine Angelcaches gelegt/aufgehängt werden.
    • Um dies zu gewährleisten muss der Cache entweder im Frühjahr (01.03.-30.06) deaktiviert und entfernt werden, oder
    • Es hat eine regelmäßige Wartung/Kontrolle zu erfolgen (Richtwert: zweiwöchig), um eine Störung der Vögel so gering wie möglich zu halten (Nestbau innerhalb dieser Zeit)
    • Sollte eine Einhaltung dieser Regeln nicht erfolgen, so kann der Cache mit sofortiger Wirkung archiviert werden. Der Owner hat den aufgehängten Behälter anschließend unverzüglich zu entfernen.

 

Alte Regeln:

Zuvor wurde beim Einreichen jedes Geocaches in einem Naturschutzgebiet(NSG) vom
Reviewer darauf hingewiesen, dass sich der Cache oder Teile davon in einem solchen NSG befinden und entsprechende Genehmigungen von der Unteren Naturschutzbehörde
eingeholt werden müssen. In unserem Fall bei Herrn Blank. Erst nach der Genehmigung
mit ggf. Begehung vor Ort mit Herrn Blank war eine Freischaltung möglich.

 

Weiterhin gültig:

Dabei gilt auch weiterhin generell, dass abseits von Wegen keine Freischaltung erfolgen wird, um die Flora, Fauna und Tierwelt zu schonen. Wichtig ist auch, dass auf dem Weg hin und zurück die vorgesehenen Wege genutzt werden und nicht querfeldein durch das Unterholz bzw. geschützten Bereichen gegangen wird.

 

Die Praxis:

Bitte haltet euch an diese neuen Regeln. Wir haben eine Entschärfung dadurch erreicht, dass die Zusammenarbeit mit den Geocachern in den letzten Jahren sehr positiv verlaufen ist. Die neuen Regeln sind daher ein Entgegenkommen, das wir respektvoll behandeln sollen.

 

Zusätzliche Bitte

Herr Blank hat nochmals darauf hingewiesen, dass Fahrradfahren nur in den dafür vorgesehenene und ausgewiesenen Wegen erfolgen darf.

Bitte haltet euch daran!

 

 


Resultat aus der Sitzung des TeamJenas zusammen mit Reviewer silent observer und Herrn Blank von der Unteren Naturschutzbehörde Jenas vom 03. Mai 2018

Protokoll zum Nachlesen findet ihr HIER.


veröffentlicht am 24. Mai 2018 von wickiesollst

 

 

Advertisements

2 Antworten zu Naturschutz

  1. Stefan vom Team AS702 schreibt:

    Hallo nach Jena,

    eine ähnliche Absprache herrscht auch in Stadtroda (SRO) der Nutzung von Einrichtungen oder Gegenständen der Stadt für das GC. Die Stadt ist über alle Runden in und um SRO informiert und steht diesen positiv gegenüber.

    Es ist grundsätzlich möglich Eigentum der Stadt zu nutzen, sofern die beabsichtige Befestigung oder andersartige Veränderung am Eigentum der Stadt zuvor bei Frau Titzmann angezeigt und ggf. bei einem Lokaltermin oder im Bürgerbüro (Stadtinfo) besprochen wird.

    Ggf. kann über Team AS702 der Kontakt hergestellt werden.

    VG
    Stefan vom Team AS702

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s